Wiederaufbauhilfe durch die GENTILHOMMES

IWF deputy director fiscar affairs Paolo Mauro will, dass die Großkonzerne Steuerzuschläge als COVID-19-Wiederaufbauhilfe leisten. Adam Smith tanzt gerade in seinem Grab! Mehr zu Griechenland und den Privatisierungen sowie Adam Smith’s Idealvorstellung vom “Gentilhomme”(in heutiger Sprache: gönnerhafte Großkonzerne).

MEHR ÜBER DIE GENTILHOMMES GIBTS AUF
WENN KAVALIERE REISEN und im folgenden Textausschnitt:

Nora saß mir direkt gegenüber. Seit wir an dem Tisch Platz genommen hatten, hatte sie mich keines einzigen Blickes gewürdigt. Sie saß ganz aufrecht da. Alles an dieser Frau strahlte das totale Selbstbewusstsein aus. Abwechselnd setzte sie ihr Kinn auf die linke oder rechte Hand, den Ellenbogen jeweils am Tisch abgelegt, je nachdem, wem der beiden alten Herren sie gerade ihre Aufmerksamkeit schenkte. Ihr wundervolles Haar bedeckte einen Teil ihres Dekolletés. Die Locken legten sich sanft auf ihren Busen.

„Wissen Sie, wie man sie genannt hat?“, sagte sie an den Onkel gewandt.

„Wen?“, fragte ich, meinen Blick von ihren Brüsten lösend.

Ich sah ihr direkt in die Augen.

„Die Bank!“, hörte ich drei Stimmen wie aus einem Munde sagen.

„Wir haben sie immer benannt mit ATM. Diese Cash Dispenser, wissen Sie? Wie sagt man …?“.

Sie richtete die letzte Frage an mich.

Es war nicht das erste Mal innerhalb der letzten Tage, dass mich die Schönheit dieser Frau ein wenig aus dem Konzept gebracht hatte.

„Geldautomat!“, antwortete ich langsam und hoch konzentriert.

„Die Bank war wie ein Geldautomat. Das Geld war da für den Palio. Viele Menschen haben für die Bank gearbeitet. In die Ztiften ist das Geld gegangen. Dann direkt in die Kassen der Firmen und unsere Brieftaschen. Und vor allem in die Kassen der Universität! Das geht seit sechshundert Jahren so.“

Ich schaute sie verliebt an und warf ihr ein sanftes „Stiftung“ entgegen.

Statt eines dankbaren Lächelns bekam ich ein hochnäsiges „Ztiftung“ zurück.

Die beiden alten Herren stellten Vergleiche an zwischen dem System der Unterstützung des Bildungswesens durch öffentliche Gelder und dem Sponsoring durch Großunternehmen oder Banken. Der Onkel zitierte aus Adam Smith und versuchte seinen Standpunkt klar zu machen: „Es gibt drei Voraussetzungen für die Notwendigkeit des Eingriffes durch den Staat. Erstens: Niemand anderes als er kann einen Dienst flächendeckend erfüllen. Zweitens: Der Dienst ist für Private komplizierter und aufwändiger zu gewährleisten als über eine verteilte steuerliche Belastung. Drittens: Dienste, die jedem in gleicher Weise dienen müssen, muss er übernehmen, um Objektivität zu gewährleisten. Wenn eine Bedingung erfüllt ist, kann nur der Staat einen Dienst nachhaltig zur Verfügung stellen und für Stabilität sorgen.“

„Und wenn dieser auch versagt?“

„Dann ist unser aller Wohlstand gefährdet.“

Sie begannen eine wortgewaltige Diskussion, der zumindest ich rhetorisch und argumentativ nicht gewachsen war. Auch Nora hielt sich zurück. Nach einiger Zeit kamen sie überein, dass es zumindest notwendig sein würde, moralische Grundsätze zu etablieren, denen jede Art von Geldgebern Folge leisten müssten, und der Onkel fügte abschließend hinzu: „Im Grunde ist es ganz einfach. Die führenden Personen in unserer Gesellschaft müssen lernen, sich zu benehmen wie Gentlemen.“

„Und Women.“, warf Nora charmant lächelnd ein.

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